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  • Starkes UrbanLand OWL: Zehn neue Projekte für die REGIONALE 2022

    UrbanLand Board qualifiziert insgesamt 21 Projekte im REGIONALE-Prozess weiter.

    Innovationsimpulse und Bildungsangebote, neue und vernetzte Mobilität für gute Erreichbarkeit, Lebendige Quartiere in Stadt und Land – das sind nur einige Themen der zehn neuen REGIONALE-Projekte aus OstWestfalenLippe. Sie erhielten jetzt vom UrbanLand-Board der REGIONALE 2022 einen A-Beschluss. Daneben wurden sieben Projekte mit dem B-Status und vier Ideen mit dem C-Status qualifiziert. Insgesamt gibt es inzwischen 25 anerkannte REGIONALE-Projekte.

    „Die Projekte zeigen: OWL war die richtige Wahl für die REGIONALE 2022. OWL ist eine Region mit Zukunft. Hier werden in hoher Geschwindigkeit eine Vielzahl von zukunftsweisenden Projekten auf den Weg gebracht. Mit der REGIONALE schafft das Land Nordrhein-Westfalen die optimale Möglichkeit, regional gemeinsam Zukunftsgestaltung in vielen Lebensbereichen – wie dem Wohnen, den Arbeitswelten, der Mobilität, der gesunden Umwelt und anderen Projekten – in die Hand zu nehmen. Die ausgewählten Initiativen machen deutlich, wie städtische und ländliche Akteure miteinander für die Menschen in allen Kommunen in OWL Heimatgestaltung im besten Sinne betreiben.“, unterstreicht Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW. Ihr Ministerium koordiniert als federführendes Ressort die Zusammenarbeit zwischen Region und den Düsseldorfer Ministerien.

    „Die zehn neuen REGIONALE-Projekte sind alle in ihrer Besonderheit ein echter Gewinn für die Menschen aus OWL: Sie unterstützen Unternehmen, gerade in diesen besonderen Pandemiezeiten, und stärken die Wirtschaft. Sie verbessern Verkehrsangebote und schaffen neue Mobilität. Sie steigern die Lebensqualität in Stadt und Land und schaffen lebendige Quartiere. Das UrbanLand wächst und gedeiht dank starker Ideen für OstWestfalenLippe,“ so Landrat Jürgen Müller, Vorsitzender des UrbanLand-Board, des Entscheidungsgremiums der REGIONALE 2022.

    Die Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher stellt heraus: „Die REGIONALE ist das wichtigste integrierte Entwicklungs- und Konjunkturprogramm für ganz Ostwestfalen-Lippe. Sie hat mittlerweile Investitionen von mehr als 142 Millionen Euro in OWL ausgelöst. All diese Projekte schaffen neue, attraktive Lebens- und Denkräume. Sie geben Impulse für eine zukunftsgerechte Gestaltung des Wirtschaftsraumes OWL und für eine nachhaltige und klimaschonende Mobilität im Raum. Die Strahlkraft und die Wirkungen der REGIONALE-Projekte werden weit über die Grenzen von Ostwestfalen-Lippe hinaus wahrnehmbar sein.“

    Neue REGIONALE 2022-Projekte

    Der NEUE MITTELSTAND
    Das REGIONALE-Projekt Kreativ Campus Detmold wird ein interdisziplinärer Standort zur Stärkung der Kultur- und Kreativbranche im UrbanLand. „Hier entsteht ein Hotspot für Innovationen in der digitalen Anwendungsforschung der Musik- und Filminformatik sowie in den Bereichen Medien und virtuelle Umgebungen. Forschende und Kultur- und Medienschaffende haben hier die Möglichkeit, kreative und innovative Projektideen gemeinsam zu entwickeln und als nachhaltige Geschäftsmodelle umzusetzen“, so Prof. Dr. Guido Falkemeier, Dekan Fachbereich Medienproduktion der projekttreibenden Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. In Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik Detmold sowie Institutionen der beruflichen Bildung, Kultureinrichtungen und Unternehmen sowie der Stadt Detmold entsteht mit dem Kreativ Campus Detmold ein Leuchtturm als Impulsgeber für die durch die Pandemie stark beeinträchtigte Kreativszene mit NRW-weiter Strahlkraft und darüber hinaus.

    Das REGIONALE-Projekt Think Tank für OWL ist ein Nukleus des „Bielefeld Research and Innovation Campus“ (BRIC). Die forschungsstarke Universität Bielefeld und die praxisorientierte Fachhochschule Bielefeld planen gemeinsam die neue Einrichtung, die sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – das „Rückgrat der ostwestfälischen Wirtschaft“ – und an sogenannte Deep-Tech-Spin-offs richtet. Der Think Tank kann für KMUs neue Impulse nach der Pandemie verstärken und Berührungsängste mit der Forschung nehmen. Kooperation für diejenigen Unternehmen werden ermöglicht, denen personelle und zeitliche Kapazitäten für eigene Forschungs- und Innovationsarbeit fehlen. „Im Think Tank für OWL sollen Unternehmen gemeinsam mit Forschenden die immer schneller geforderten Innovationen entwickeln können – eine Fähigkeit, die in der sich rasant verändernden Wirtschaft entscheidend ist für unternehmerischen Erfolg“, sagt Professor Dr. Reinhold Decker, Prorektor für Informationsinfrastruktur und Wirtschaft der Universität Bielefeld.

    Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, initiiert das REGIONALE-Projekt MINT Community 4.OWL 30 neue außerschulische Lernorte und mobile Angebote, wo Jugendliche Zukunftstechnologien und die MINT-Welt von heute und morgen kennenlernen und ausprobieren können. Wolfgang Marquardt, Prokurist OstWestfalenLippe GmbH, erläutert: „Durch praxisnahe Mitmachangebote sollen sie die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt erleben und Unterstützung bei der Berufs- und Studienorientierung erhalten. Dabei geht es uns darum, in allen Teilen der Region Zugang zu Angeboten zu ermöglichen – insbesondere auch im ländlichen Raum.“ Die OstWestfalenLippe GmbH bündelt als Projektkoordinatorin die Kompetenz des Spitzenclusters it’s OWL gemeinsam mit der Universität Paderborn, den zdi-Zentren und dem Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft e.V. MINT-Community 4.OWL gehört zu den 22 Projekten, die im Rahmen der „MINT-Cluster“ vom Bund aus 120 Bewerbungen ausgewählt wurden und gefördert werden.

    DIE NEUE MOBILITÄT
    Linien-E-Carsharing Borgholzhausen als zukunftsweisendes Modellprojekt im UrbanLand sorgt für vernetzte Mobilität auch auf dem Land. Die Idee: Man fährt bereitstehende Carsharing-Elektro-Autos selbst und kann andere mitnehmen – für Besitzerinnen und Besitzer eines Nahverkehrstickets kostenlos. Dafür werden „Linien“ definiert, deren Anfangs- oder Endpunkt die Mobilstation am Bahnhof Borgholzhausen ist. Dort erfolgt die Anbindung an regionale Bus- und Bahnangebote. Der andere Zielpunkt kann dann entweder in der eigenen Siedlung oder in Gewerbegebieten im Außenbereich liegen. „Das Konzept ist bisher einzigartig in Deutschland. Die Stadt Borgholzhausen ist glücklich, mit diesem Projekt einen besonderen Beitrag zur Erhöhung der Attraktivität von bezahlbarem Wohnraum in ländlichen Strukturen leisten zu können“, sagte der Bürgermeister von Borgholzhausen, Dirk Speckmann.

    Die Ostwestfälische Mobilitätsplattform macht sämtliche Mobilitätsangebote im UrbanLand in Kombination miteinander nutzbar. Das REGIONALE-Projekt bündelt in seiner ersten Stufe die Informationen der bedeutendsten Verkehrsträger (Nahverkehr mit Bus und Bahn, On-Demand-Verkehre, Sharing-Angebote mit PKW und Fahrrad sowie der Minimobilität (Scooter) von Tür zu Tür. In der zweiten Stufe soll sukzessive die Online-Buchung und die Abrechnung auf Grundlage einer einheitlichen Datenbasis erfolgen. An diese Mobilitätsplattform docken dann die unterschiedlichsten (regionalen) Apps in OWL an und bieten dem Mobilitätskunden eine einheitliche und verlässliche Information. Die Nutzerinnen und Nutzer können so ihre bekannten Apps weiterverwenden, haben aber darüber zukünftig Zugriff auf Mobilitätsangebote der ganzen Region, NRW- und bundesweit. Koordiniert wird das Projekt vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Kooperation mit dem Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter. „Der entscheidende Benefit wird die komfortable und ganzheitliche Nutzung für die intermodale Mobilitätskette sein: Eine Strecke von Tür zu Tür, bezahlt mit einem Ticket über die regionale App – das ist das Ziel“, sagt Stefan Atorf, Sachgebietsleitung Fahrgastinformation und werbliche Kommunikation, NWL.

    Mit Limo – hin und wech bietet die Kommunale Verkehrsgesellschaft Lippe für die Flächenkommune Lage ein flexibles und digital buchbares Mobilitätsangebot mit modernen, elektrischen und barrierefreie „London-Taxen“ an, das sich an den sich an den Fahrtwünschen der Kunden orientiert. Dort, wo der Einsatz großer Busse keinen Sinn macht, schafft das REGIONALE-Projekt den Lückenschluss zum vorhandenen ÖPNV im UrbanLand OstWestfalenLippe. Als next-practice-Beispiel zeigt Limo auf, wie Stadtrandgebiete attraktiv mit dem ÖPNV verbunden und eine Erreichbarkeit auch außerhalb der Regelbetriebszeiten geschaffen werden kann. „Wir haben mit Limo ein On-Demand Modell der Zukunft in Lage umgesetzt. Das System ist einfach und komfortabel nutzbar. Fahrtstrecke ist der schnellste Weg, kein Linienweg wie für den Busverkehr. LIMO ist in die Fahrplan-App „Lippemobil“ eingebunden. Kunden können so durchgehende Reiseketten mit Handyticket im Westfalentarif buchen. Der Betrieb läuft bereits und wird gut angenommen“, so Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der KVG Lippe.

    DAS NEUE STADT LAND QUARTIER | DIE NEUEN KOMMUNEN OHNE GRENZEN
    Das REGIONALE-Projekt Revitalisierung des Adam-und-Eva-Hauses schafft für Paderborn die erste autonome Bibliothek Deutschlands, die durch technische Systeme prinzipiell personalfrei und mit umfangreichen Öffnungszeiten betrieben wird. Das historische Adam-und-Eva-Haus im Paderborner Innenstadtquartier Ükern wird zu einem Dritten Ort für das UrbanLand entwickelt, der beispielhaft aufzeigt, wie die Erneuerung von historischem Bestand zur aktiven Quartiersentwicklung beitragen kann. „Ich freue mich, dass das Adam-und Eva-Haus, eines der ältesten Gebäude in Paderborn, als Teil der REGIONALE für eine nachhaltige, moderne und so innovative Nutzung barrierefrei gestaltet, energetisch modernisiert und multifunktional hergerichtet werden kann“, so Paderborns Bürgermeister Michael Dreier.

    Mit dem A-Beschluss für den Moderationsprozess Landschaftsraum Großes Torfmoor/ Bastauniederung wird der erste Baustein der Gesamtstrategie Erlebnisraum Weserlandschaft REGIONALE-Projekt. Der Landschaftsraum Großes Torfmoor und Bastauniederung im Kreis Minden-Lübbecke hat als größtes Moorgebiet in Nordrhein-Westfalen eine besondere ökologische Funktion als Lebensraum im UrbanLand. „Ziel dieses Bausteins ist es, ein gemeinsames Leitbild mit "echten" Lösungen für die Nutzenden dieses Lebensraums – vom Erholungssuchenden bis zum Landwirt – zu entwickeln. Der Moderationsprozess unter Vermittlung der Interessen von Wasserwirtschaft, Natur- und Klimaschutz sowie Landnutzung bietet die Grundlage und Chance auf eine gute Lösung. Im REGIONALE-Präsentationsjahr 2022 wollen wir bereits erste Ergebnisse präsentieren“, so Landrätin Anna Katharina Bölling, Kreis Minden-Lübbecke.

    In dem zu Blomberg gehörenden Dorf Reelkirchen im Kreis Lippe entsteht im historischen Wasserschloss ein kultureller Ort der Begegnung mit großer Strahlkraft abseits der urbanen Zentren. Das REGIONALE-Projekt Wasserschloss Reelkirchen stärkt das Kulturangebot in der Region an der Schnittstelle von experimenteller Kunst, Kunstvermittlung und Kultureller Bildung. Wechselnde Gastaufenthalte von internationalen Kunstschaffenden, Aktionen und Kunstprojekte vor Ort erreichen ein breites Publikum. „Wir wollen einen lebendigen Kulturknotenpunkt auf dem Land und echten neuen Begegnungsort – auch mit Café – für die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste schaffen. Das Wasserschloss bietet ideale Voraussetzungen und entwickelt sich - auch dank der Förderung innerhalb der REGIONALE – großartig,“ erläutert Dr. Sigrun Brunsiek vom projekttreibenden Wasserschloss Reelkichen e.V.

    14 Kommunen aus OstWestfalenLippe, meist kleinere Städte, zeichnen sich durch ihr besonderes gut erhaltenes historisches Zentrum aus. Als Regionalgruppe der Arbeitsgemeinschaft historische Stadt- und Ortskerne des Landes NRW verfolgen sie mit dem REGIONALE-Projekt Smart, 3D und historisch das Ziel, die Zentren von sechs Pilotkommunen digital erlebbar zu machen. Das Konzept entwickelt die bereits bestehenden 3-D-Grundmodelle in OWL weiter und ergänzt sie um inhaltliche Komponenten: Smart, 3D und historisch schafft ein Tool für digitale Information im Netz, Stadtentwicklung, um zukünftig digital im Bestand planen und arbeiten zu können, für Stadtmarketing und vieles mehr. „Das Neue ist die Transformation unserer über Jahrhunderte gewachsenen historischen Stadt- und Ortskerne in die digitale, dreidimensionale Welt. Damit ermöglichen wir einen ganz neuen Zugang zum baukulturellen Erbe unseres Landes,“ erklärt Bernd Zimmermann, Technischer Beigeordneter Stadt Bad Salzuflen stellvertretend für die Arbeitsgemeinschaft.

    Weitere Projekte im Qualifizierungsprozess
    An sieben Projektkandidaten wurde durch das UrbanLand Board der B-Status verliehen.
    Mit Auszeit in OWL –Kur-Angebote für pflegende Angehörige soll in Kooperation der sieben Heilbäder in OstWestfalenLippe ein neuer Angebotsschwerpunkt für Erholung und Rehabilitation pflegender Angehöriger und ein Programm für „Auszeiten“ vom Pflegealltag entstehen.

    Mit dem REGIONALE-Projektkandidaten Mansergh Quartier wird ein über 80 Jahre für die Bevölkerung verschlossenes Areal mit 38 Hektar Fläche in der innenstadtnaher Lage Güterslohs geöffnet. Es entsteht ein innovatives und ökologisch nachhaltiges Wohn- und Bildungsviertel.

    Ein lebendiges Stadtquartier mit Wohnraumvielfalt und einem Zentrum der Kreativ- und Kulturwirtschaft soll mit dem Alanbrooke Quartier auf dem 18 Hektar großen ehemaligen Militärstandort im Herzen Paderborns entstehen. Besonderen Wert legt die Stadt Paderborn auf qualitätssichernde Planungs- und Vermarktungsinstrumente.

    Mit dem REGIONALE-Projektkandidaten Klimaquartier Sennestadt wird auf dem Schillinggelände, einer ehemaligen Industriebrache, ein neues Kapitel der Sennestadt aufgeschlagen. Es entstehen eine Klimaschutz-siedlung und ein urbanes Gebiet – die größte Flächenentwicklung seit Jahrzehnten im Bielefelder Süden.

    Mit dem REGIONALE-Projektkandidaten Radnetz OWL soll das gleichnamige gemeinsam entwickelte Konzept der Kreise Paderborn (federführend), Gütersloh, Höxter, Lippe und der kreisfreien Stadt Bielefeld für eine leistungsfähige Radinfrastruktur mit Anschluss zu anderen Verkehrsmitteln in die Umsetzung gehen. Das Konzept Radnetz OWL beinhaltet 1.992 km mit insgesamt 533 Maßnahmenkilometern und 431 Maßnahmenempfehlungen.

    Die Gesamtstrategie Erlebnisraum Weserlandschaft – Projektbaustein Rahmenkonzept und Arbeitsstruktur steht für die Organisation einer verlässlichen Struktur der Zusammenarbeit auf der Grundlage einer gemeinsamen räumlichen Entwicklungsstrategie sowohl zwischen Kreisen und Kommunen in OstWestfalenLippe als auch länderübergreifend mit benachbarten Kommunen in Hessen und Niedersachsen.

    Mit dem REGIONALE-Projektkandidaten Zukunftsfähig Pendlerströme steuern – SPNV-Aktivierung der TWE-Strecke als Rückgrat moderner Mobilität wird ein neues multimodales Verkehrskonzept an der Mobilitätsachse Harsewinkel-Gütersloh-Verl, bestehend aus den Bausteinen Reaktivierung der TWE-Strecke und multimodale Mobilitätsangebote als Zu- und Abbringer, entwickelt.

    Außerdem wurde den Projektideen

    • Generationenquartier am Kump
    • Bündnis für Wohnen im ländlichen Raum – Neue Instrumente für die Stärkung der Ortsmitte kleiner Städte und Gemeinden
    • Kulturscheune 1a
    • 5G Lernorte für Berufsbildung der Zukunft

    über einen C-Beschluss das Potenzial zugesprochen, zur Umsetzung der UrbanLand-Gesamtstrategie beizutragen. Sie sollen weiter qualifiziert werden.

    STUFE2 Label UrbanLandRegionale Projekt sRGB

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    Autor: Melanie Adriaans Erstellt am: 05. Mai 2021
  • Online-Seminar: Employer Branding: Erfolgsmodell Agile Doppelspitze am 28. April 2021

    Wie gehören Employer Branding und das Führungsmodell Topsharing zusammen? Antworten auf diese Frage gab es in dem Online-Seminar des Kompetenzzentrums Frau und Beruf OWL „Employer Branding: Erfolgsmodell Agile Doppelspitze“ am 28. April 2021.
    An dem Online-Seminar nahmen rund 35 Personal- und Führungsverantwortlich aus Unternehmen in der Region teil. Als Referentin war Katrin Schreibe, Unternehmensberaterin und Führungskräfte-Coachin aus dem Kreis Gütersloh, eingeladen.

    Warum sollte es mehr Führungstandems in kleinen und mittelständischen Unternehmen geben? Die Antwort ist folgende: Tandems sind agiler in ihrem Handeln. Durch die Agilität können sich Führungsspitzen besser an schnelllebige und unvorhersehbare Veränderungen anpassen, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten und somit zukünftige Herausforderungen erfolgreich meistern.

    Welchen Vorteil haben Agile Doppelspitzen in Unternehmen? Agile Doppelspitzen fördern nicht nur die Agilität, sondern auch Innovationen. Aber vor allem tragen sie zu mehr Gleichberechtigung, Diversität und Familienfreundlichkeit bei. Eine geteilte Führung ermöglicht insbesondere weiblichen Mitarbeitenden die Chance auf eine Führungsposition, sofern die Stundenanteile der Stelle aufgeteilt werden. In diesem Fall sorgt eine geteilte Führung für mehr Vereinbarkeit und Flexibilität, daraus resultiert eine höhere Motivation und Bereitschaft eine Führungsposition zu übernehmen.

    Topsharing oder Doppelspitze bedeutet nicht immer, dass Stundenanteile zwischen zwei oder mehreren Führungskräften aufgeteilt werden müssen. Es gibt darüber hinaus noch andere Varianten, bei denen sich die Tätigkeit auf zwei Vollzeitstellen aufteilt oder zwei Vollzeitstellen die Tätigkeit gemeinsam durchführen. Ein weiterer Vorteil einer agilen Doppelspitze ist es, dass verschiedene Kompetenzen vereint werden. Die Führungs- und Fachkompetenzen sind dabei am relevantesten.

    Wie kann ich als Unternehmen Doppelspitzen einführen und was wird dafür benötigt? Generell kann jedes Unternehmen dieses Führungsmodell einführen, sofern es zu der Unternehmensstruktur passt. Dafür wird ein formaler Rahmen benötigt. Dazu zählen u.a. Arbeitsverträge, Absprachen zu Arbeitsorganisation (Zeit und Ort) und Kommunikationswegen, Klarheiten über Arbeitsbereiche sowie Entscheidungshoheiten. Auf der persönlichen Ebene der Führungskräfte ist ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstreflexion nötig. Die Haltung und Wertevorstellung der einzelnen Tandempartner sollten ebenfalls übereinstimmen.

    Aus dem Online-Seminar kann folgendes Fazit gezogen werden: Agile Doppelspitzen lassen Unternehmen und deren Führungskräfte agil und situationselastisch handeln. Eine Doppelspitze vereint verschiedene Fach- und Führungskompetenzen. Zudem kann das Modell die Vereinbarkeit und Flexibilisierung von Beruf- und Privatleben begünstigen und besonders weibliche Mitarbeitende dazu motivieren eine Führungsposition zu übernehmen, wenn z. B. die Stundenanteile aufgeteilt werden können. Doppelspitzen sorgen für mehr Gleichberechtigung und Diversität auf Führungsebenen sowie im gesamten Unternehmen, was sich positiv auf die Arbeitgeberattraktivität sowohl nach innen als auch nach außen auswirkt. Hierbei ist eine transparente Kommunikation wichtig. Demnach sollten Stellenanzeigen für Führungspositionen klar formuliert und entsprechend ausgeschrieben werden.

    Online Seminar Erfolgsmodell Agile Doppelspitze 28.04.2021

     

     

     

     

     




    Dr. Marita Reinkemeier | pro Wirtschaft GT
    Tabea Mälzer | Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
    Katrin Scheibe | Unternehmensentwicklung und Management-Coaching
    Bildrechte: OWL GmbH



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    Autor: Bettina Abendroth Erstellt am: 03. Mai 2021
  • Online-Seminar: Personalmarketing schärfen – weibliche Fach- und Führungskräfte erreichen am 21. April 2021

    Rund 35 Teilnehmende – Personalverantwortliche aus Unternehmen, Unternehmens- und Personalberaterinnen und -berater – nahmen an der Online-Veranstaltung „Personalmarketing schärfen – weibliche Fach- und Führungskräfte erreichen“ am 21. April 2021 teil. 

    Sibylle Stippler, Teamleiterin und Senior Economist beim Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, erläuterte, wie Unternehmen ihre Stärken in Szene setzen können und wie sie ihre Rekrutierungs- und Personalmarketingaktivitäten ausrichten können, um mehr weibliche Fach- und Führungskräfte anzusprechen. 
    Zunächst empfiehlt sie, immer ein Ohr an der Basis zu haben und genau hinzuhören, wenn Mitarbeitende Rückmeldungen geben (z.B. in Befragungen, Jahresgesprächen, Austritts- und Rückkehrgesprächen) und sie aktiv an Unternehmensprozessen zu beteiligen.

    Ansonsten identifiziert sie für eine gute Personalarbeit vier Kernelemente: Führung, Kultur, Vorbilder und Angebote. Zur Kultur zählt Sibylle Stippler u.a. die Themenkreise „Vision“ (= Wohin wollen wir? Was treibt uns an?), Kompetenzen (Was können wir besonders gut?), Werte (Wofür stehen wir?) und Persönlichkeit (Wie erlebt man uns, wie treten wir auf?).
    Im Zusammenhang mit Vorbildern ist besonders hervorzuheben, dass es nicht ausschließlich um die „Vorzeigefrau“ auf Führungsebene geht, sondern beispielsweise auch um den Teamleiter, der gelegentlich um 14.00 Uhr das Büro verlässt, um das Kind von der Kita oder Schule abzuholen. Denn einer Studie des BMFSFJ zufolge nehmen fünfmal mehr Väter Elternzeit, wenn männliche Führungskräfte im Unternehmen auch selbst Elternzeit nehmen. Genauso liegt der Anteil von Männern, die in Teilzeit arbeiten um 10% höher, wenn auch männliche Führungskräfte in Teilzeit arbeiten.
    Beim Thema Angebote sei Flexibilität entscheidend. Zusätzlich sollten passende Angebote im Bereich Karriere- und Laufbahnplanung, Weiterbildung sowie zur Gesundheitsförderung ausgewählt werden.
    Die vier o.g. Kernbereiche beeinflussen die Attraktivität von Unternehmen. Allerdings genügt es nicht, hier gut aufgestellt zu sein, sondern diese Merkmale sollten auch kommuniziert werden. Sibylle Stippler betont die Bedeutung auch der internen Kommunikation, welche sie fast noch wichtiger einschätzt als die Kommunikation nach außen. Denn zufriedene Mitarbeitende sind die besten Markenbotschafter des Unternehmens und können deutlich zum Erfolg aller anderen Rekrutierungsaktivitäten beitragen.
    Für die externe Kommunikation empfiehlt sie die Nutzung unterschiedlicher Social-Media-Kanäle. Außerdem lohne sich die Mühe, Stellenanzeigen zu überarbeiten, um die wirklich gewünschten Botschaften zu vermitteln und Zielgruppen einschließlich ihrer Interessen konkret anzusprechen.

    Timm Funke, Personalleiter der mindsquare AG, berichtete anschließend über die Handlungsempfehlungen, welche aus der Teilnahme an einem Forschungsprojekt bei der Universität Bamberg folgten. Untersucht wurde hierbei, welche Änderungen im Rekrutierungsprozess vorgenommen werden können, um mehr Hochschulabsolventinnen im IT-Bereich anzusprechen, einzustellen und möglichst lange zu binden.
    Von relativ einfachen und unkomplizierten Maßnahmen wie der Überarbeitung der Stellenausschreibungen (z.B. genderneutrale Formulierung von Jobtiteln; Fokussierung auf Kernanforderungen in den Anzeigen; klare Angabe des Einstiegsgehalts, wodurch Gehaltsverhandlungen beim Einstieg unnötig werden; Hervorheben von Gemeinschaft und Zusammenhalt im Team anstelle von „Einzelkämpfertum“) bis zur Gestaltung des Auswahlprozesses wurden mehrere Handlungsfelder identifiziert, die sich offenbar darauf auswirken, ob Frauen sich bewerben und schließlich auch die angebotene Stelle antreten. Beispielsweise wird nach dem ersten Telefonat mit Bewerberinnen inzwischen das erste persönliche Vorstellungsgespräch eher mit einer Vertreterin oder einem Vertreter der Personalabteilung geführt, anstelle der fachlichen Führungskraft/ Teamleitung. Auch werden mit den Studienstipendien inzwischen ausschließlich Studentinnen gefördert, um schon früh eine Bindung zum Unternehmen aufzubauen. Insgesamt wurde das Hochschulmarketing deutlich geschärft.
    Beim intensiv genutzten Active Sourcing werden die potentiellen Mitarbeitenden gezielter angesprochen. Bei Abbildungen auf der Webseite wird auf mehr Diversität geachtet.
    Inzwischen ist nach einem halben Jahr der Schärfung des Personalmarketings in dieser Hinsicht ein beachtlicher Erfolg erzielt worden: Bei den Neueinstellungen ist der Anteil von Frauen von früher 6,5% auf inzwischen 21% gestiegen. Auf diesen Erfolgen möchte die mindsquare AG weiter aufbauen und auch in Zukunft das Personalmarketing gezielter einsetzen.

    Veranstalterinnen des Online-Seminars waren das Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, die Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld sowie die WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH.

    Online Seminar Personalmarketing schaerfen 21.04.2021







     

     

     

     


    Bild oben v.l.n.r.
    Sibylle Stippler | Teamleiterin und Senior Economist beim Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln
    Christina Rouvray | Komptenzzentrum Frau und Beruf OWL
    Bild unten v.l.n.r.
    Vera Wiehe | WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH
    Timm Funke | Personalleiter der mindsquare AG
    Bildrechte: OWL GmbH



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    Autor: Bettina Abendroth Erstellt am: 29. April 2021
  • Online-Seminar: Generationenmanagement: Erfolgsfaktor 50Plus - Potentiale erkennen und entwickeln am 14. April 2021

    Unserer Einladung zum Online-Seminar „Generationenmanagement:  Erfolgsfaktor 50Plus - Potentiale erkenn und entwickeln“ folgten Mitte April 28 Personalverantwortliche und Führungskräfte aus Unternehmen sowie Interessierte aus Institutionen.

    Mit Blick auf den demographischen Wandel und den herrschenden Fachkräftemangel gewinnt ein professionell umgesetztes Generationenmanagement an Bedeutung. Im Jahr 2030 werden etwa 47 % der Beschäftigten älter als 50 Jahre alt sein. Gleichzeitig verringert sich die Zahl der Auszubildenden und immer mehr Lehrstellen bleiben unbesetzt. Die heute 50-Jährigen haben in der Regel noch weitere 17 Berufsjahre vor sich, in denen Motivation und Leistungsfähigkeit eine große Rolle spielen. Mitarbeitende dieser Altersgruppen zu sichern, aber auch Fachkräfte im Alter von 50Plus zu gewinnen, wird für die kleinen und mittelständischen Unternehmen immer wichtiger. Angesichts des Fachkräftemangels sind sie also mehr als eine Reserve am Arbeitsmarkt.

    Referentin Petra Spier von FocusPoint Consulting aus Steinheim im Kreis Höxter stellt gleich zu Beginn ihres fundierten Beitrags klar, dass nicht das Alter grundsätzlich die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden einschränkt und nennt als Einflussfaktoren beispielhaft die private Lebensführung, Sozialisation oder Lernanregungen durch die Arbeit. Im Anschluss daran berichtet sie über die Ergebnisse des Forschungsprojektes „ARBEIT ALTER(N)SGERECHT GESTALTEN“ der FHDW und der WIH in OWL, an dem sie maßgeblich mitgewirkt hat und verdeutlichte damit die Relevanz des Themas für die Unternehmen.

    Die vielfältigen Handlungsfelder erläuterte Petra Spier anhand umgesetzter Projekte in zwei unterschiedlichen Unternehmen. Dabei ging sie vor allem auf die Rahmenbedingungen ein, die für den Erfolg entscheidend sind und unterfütterte diese mit den zahlreichen Erkenntnissen aus der Praxis. Die Teilnehmenden schätzten besonders diese praxisnahen und nachvollziehbaren Beispiele.

    Petra Spier wies auch darauf ein, dass insbesondere engagierte weibliche Fach- und Führungskräfte häufig eine große Motivation für neue berufliche Herausforderungen haben. Sie seien in der Regel gut qualifiziert und verfügten über zusätzlich erworbene Kompetenzen. Darüber hinaus besteht vielfach der Wunsch, das Arbeitszeitvolumen zu erhöhen oder mehr Verantwortung zu übernehmen.

    Am Ende des Beitrags fasste Petra Spier die Erfolgsfaktoren zur Umsetzung eines leistungsfördernden demografiefesten Konzeptes zusammen und empfiehlt zunächst einen Check im Unternehmen sowie parallel die Nutzung einer Altersstrukturanalyse. Ein kostenloses und einfach zu bedienendes Tool beispielsweise bietet die Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e. V. mit dem DemografieKompass an. Davon abgeleitet sollten Perspektivgespräche geführt werden, aus denen sich weitere Handlungsoptionen für die Bereiche Gesundheit, Motivation & Qualifizierung sowie Finanzierung ergeben werden. Hilfreich bei der Umsetzung des Konzeptes im Unternehmen kann der Leitfaden für KMU sein.

    Online Seminar Erfolgsfaktor 50plus 14.04.2021

     

     

     

     

     

     

     

     

    Bild von oben nach unten:
    Meike Stühmeyer-Freese | Kompetenzzentrum Frau und Beruf | OWL GmbH
    Petra Spier | FocusPoint Consulting
    Bildrechte: OWL GmbH




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    Autor: Bettina Abendroth Erstellt am: 26. April 2021
  • Online-Seminar: Veränderte Arbeitsorganisation unter Corona – Unternehmensaustausch zu Herausforderungen, Erfahrungen & Lösungsansätzen am 13. April 2021

    Die Coronapandemie bedeutet oftmals große Umwälzungen in der Arbeitsorganisation kleiner und mittelständischer Unternehmen. Vielfach mussten und müssen Arbeitsabläufe verändert sowie Arbeitszeit und Arbeitsort flexibilisiert werden. Zugleich erfordert die erschwerte Vereinbarkeit von Beruf und Familie adäquate Lösungen für die Belegschaft. Dies betrifft besonders weibliche Beschäftigte als oftmals Hauptverantwortliche von Careaufgaben.

    Die mit dem veränderten Arbeiten unter Corona zusammenhängenden Herausforderungen, Erfahrungen und Lösungsansätze waren Thema des Online-Seminars am 13. April 2021. Moderiert aus dem Kreis Minden-Lübbecke, standen dabei Praxiserfahrungen und der ausführliche Austausch der etwa 20 teilnehmenden Unternehmen im Fokus.

    Begonnen wurde das Seminar mit einem Einblick in die Praxis durch Thomas Klettke, Produktionsleiter bei der Schulte Innenausbau GmbH in Bad Oeynhausen. Vor Beginn der Pandemie waren im Unternehmen nur eine geringfügige Nutzung digitaler Tools und eine große Anzahl von Präsenzterminen die Regel. Nach einem kurzen „Lockdown-Schock“ wurde in allen Bereichen des Unternehmens bis auf die Produktion der Umstieg auf digitale Lösungen vorangetrieben. Die größte Herausforderung hierbei war die Erweiterung der bestehenden digitalen Infrastruktur. In der akuten Umbruchphase fanden Aspekte zum Arbeitsschutz, zur Erreichbarkeit oder zum Datenschutz kaum Berücksichtigung. Im Laufe der Pandemie wurden diese aber in Abstimmung zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft angepasst und festgeschrieben.

    Inzwischen hat sich im Unternehmen ein hybrides Modell mit Präsenzzeiten im Büro und Zeiten im Homeoffice etabliert. Als unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung dieser Arbeitsweise sieht Thomas Klettke eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Unternehmen an. Weitere wichtige Aspekte sind eine adäquate Infrastruktur, klar strukturierte Arbeitsabläufe und eine Abkehr von der Präsenz- hin zur Ergebniskultur.

    Anschließend wurden in Kleingruppen verschiedene Gesichtspunkte zum „Arbeiten unter Corona“ diskutiert und zum Abschluss des Seminars in großer Runde vorgestellt. Dabei zeigte sich die Vielfältigkeit der Aspekte rund um das Thema. Angesprochen wurde unter anderem die Notwendigkeit einer aktiven Befähigung der Mitarbeitenden im Umgang mit der neuen Arbeitssituation, um Überforderungen zu verhindern. Als erfolgsbringendes Mittel für einen besseren persönlichen Kontakt und Zusammenhalt im Team wurden regelmäßige digitale Frühstücks-, Mittags- oder Kaffeepausen angeregt. Diskutiert wurden auch die Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Nutzung von Schnelltests im Unternehmen. Abschließend wurde aus der Praxis berichtet, dass auch Beschäftigte, deren Tätigkeit die Präsenz am Arbeitsplatz erfordert, zumindest die administrativen Teile ihrer Aufgaben im Homeoffice erledigen können.

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    Autor: Bettina Abendroth Erstellt am: 23. April 2021
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