Kulturgeschichte in Höxter

 

Das koptische Kloster in Höxter-Brenkhausen

Zu Beginn des Ausflugs habe ich einen kurzen Abstecher in die Abtei Marienmünster gemacht. Das
fast 1000 Jahre alte Kloster bietet heutzutage auch viele Kulturveranstaltungen an, so fand hier sogar
die letzte OWL Kulturkonferenz statt. Ein Besuch des Klosters lohnt, abgesehen vom kulturellen
Angebot, auch wegen der interessanten Architektur und der gepflegten Anlage, die gerade im Herbst
sehr romantisch anmutet.
Mehr Infos zur Abtei Marienmünster:
https://kulturstiftung-marienmuenster.de/

 

Mein Weg führte mich weiter zum eigentlichen Ziel meines Ausflugs: Das koptische Kloster in Höxter-Brenkhausen (vollständiger Name: Koptisch-Orthodoxes Kloster der Hl. Jungfrau Maria und des Hl. Mauritius). Eingebettet in die schöne Landschaft liegt das Kloster mitten im Ortskern des kleinen, aber feinen Brenkhausen.


Im Jahr 1993 übernahm die koptische Gemeinde das Klostergebäude als Ruine, um es anschließend
in einem beispielhaften Prozess unter Einhaltung der Denkmalschutzverordnung mit alten
Bautechniken wieder herzurichten.

Heute ist neben dem Klosterbetrieb eine Kultur- und
Begegnungsstätte eingerichtet worden. Das Kloster steht allen Besuchern offen, es sind verschiedene
Ausstellungen zu erkunden. So wird neben Bibel-, Holzfiguren- und Kreuzausstellungen ganz aktuell
ein ägyptisches Museum eingerichtet. Bischof Anba Damian, der Leiter des Kloster, ist als
Generalbischof der Ansprechpartner für alle Kopten in Deutschland. Daneben setzt er sich sehr für
die Ökumene ein, beispielsweise teilt sich das Kloster das Grundstück mit einer katholischen Kirche –
und das problemlos. Doch auch über Religionsgrenzen hinweg sucht er den Kontakt mit jüdischen
und islamischen Organisationen und Gemeinden.

 

Bischof Anba Damian (rechts) im Refektorium des Klosters.


Aktuell leben auch noch Mönche im Kloster. Regelmäßig finden Gottesdienste statt, aber auch
vielfältige Kulturveranstaltungen, die weit über die Region hinaus Bedeutung haben. Daneben gibt es
auch die Möglichkeit, die Räumlichkeiten für Konferenzen oder weitere Veranstaltungen zu nutzen.
Übernachtungen sind im Kloster oder im zugehörigen Gästehaus möglich, in dem es ein sehr schönes
Restaurant gibt. Dort wird Integration gelebt: Unter anderem kommen die Köche aus Griechenland,
Deutschland, dem Iran oder dem Irak, Aushilfen aus Syrien. Die Lebensmittel stammen aus der
Region. Ein Vorzeigeprojekt. So hat es sich schnell zum Treffpunkt für ganz Brenkhausen entwickelt.
Doch nicht nur dort spürt man die ägyptische Gastfreundschaft. Das ganze Kloster ist ein
Begegnungspunkt für Kultur und der Kulturen, ein Vermittlungsort zwischen Orient und Okzident,
Morgenland und Abendland.
Weitere Informationen zum koptisch-orthodoxen Kloster Höxter-Brenkhausen:
https://www.koptisches-kloster-brenkhausen.com/

 

Der Raum Höxter ist ein besonderer Ort, wenn es um Klöster geht. Ebenfalls ganz nah liegt das
Kloster Corvey, immerhin UNESCO-Weltkulturerbe, nur um noch ein Beispiel zu geben.

In dieser Region von OWL kann man Kulturgeschichte erleben, begreifen, anfassen, empfinden.