Ausgezeichneter Einsatz für Kultur in OWL

Besondere Anerkennung für großartiges Engagement: Der Weinhandel Plat aus Blomberg, die Seidensticker Group aus Bielefeld und die Craemer Gruppe aus Herzebrock-Clarholz sind die Gewinner des OWL Kulturförderpreises 2018. Die Jury vergab auch einen Sonderpreis. Er geht an die SYNAXON AG aus Schloß Holte-Stukenbrock. Der OWL Kulturförderpreis wird veranstaltet von der OstWestfalenLippe GmbH in Kooperation mit den IHKs Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold. Der Wettbewerb wird von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG als Hauptsponsor unterstützt und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

„Kultur und Zivilisation gehen Hand in Hand. Kultur schafft Gemeinschaft, stiftet Sinn und vermittelt Werte. Vor diesem Hintergrund ist das herausragende Engagement dieser drei Unternehmen – und auch des Sonderpreisträgers – für die Kultur in der Region vorbildhaft für unternehmerische Kulturförderung in OstWestfalenLippe“, lobt die Schirmherrin des Preises und Mitglied der Jury, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.

Insgesamt 19 Bewerber haben sich in diesem Jahr an dem Wettbewerb beteiligt. Die drei Preisträger – ein kleines, ein mittleres und ein großes Unternehmen – zeichnen sich besonders durch die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Förderung und die Einbindung des kulturellen Engagements in die Unternehmenskommunikation aus.

„Der OWL Kulturförderpreis soll gute Beispiele für Kulturförderung durch Unternehmen würdigen und damit weitere Firmen anspornen, sich ebenfalls mehr für Kultur zu engagieren. Viele Kulturangebote wären ohne Förderer wie die ausgezeichneten Firmen nicht möglich. Daher ist das Engagement von Unternehmen eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt einer anregenden und abwechslungsreichen Kulturlandschaft“, erläutert Herbert Weber, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH, die Motivation des Wettbewerbs.

Als kleines Unternehmen veranstaltet der Weinhandel Plat bereits seit 2008 ein vielfältiges Kulturprogramm in Blomberg, darunter die sogenannten Hauskonzerte mit Live-Musik. Mittlerweile haben über 40 Künstlerinnen und Künstler ihren Weg in den Weinkeller des „Rendez-vous du vin" gefunden und dort ihre musikalischen Auftritte zum Besten gegeben. Das Unternehmen leistet mit viel ehrenamtlichem Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Realisierung des international bekannten Blomberger Songfestivals, das etablierte Künstlerinnen und Künstler sowie Newcomer nach Blomberg holt. Um das Kulturmarketing der Stadt zu unterstützen, stellt der Weinhandel Plat nicht nur einen eigenen Veranstaltungskalender, sondern seit 2008 auch regelmäßig das Blomberger KulTourJournal zusammen. „Die Jury hat lobend hervorgehoben, dass das Kulturangebot des Weinhandels Plat mittlerweile ein festen Bestandteil des Blomberger Kulturrepertoires geworden ist,“ erläutert Jurysprecher Dr. Florian Böllhoff.

Eine Kernphilosophie der Seidensticker Group ist es, das Wir-Gefühl im Unternehmen durch ein strukturiertes Angebot regelmäßiger gemeinschaftlicher Kulturerlebnisse zu stärken. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reisen zu Kultureinrichtungen der Region, nehmen an Führungen und Veranstaltungen teil und gewinnen auf diese Weise einen Einblick in die kulturellen Angebote der Region. Auch Familie und Freunde sind einbezogen. Die Gesellschafterin und Kulturmanagerin Nicole Seidensticker-Delius leistet mit diesem Format einen wichtigen Beitrag dazu, Kultur im Unternehmen zu verankern. Sie fördert Kooperationen des Unternehmens u.a. mit Kultureinrichtungen und der Universität, engagiert sich in der Kulturstiftung Pro Bielefeld sowie im Förderverein der Kunsthalle Bielefeld, setzt sich nicht zuletzt für den Ausbau und die Pflege der Sammlung ein und  spricht sich immer wieder auch öffentlich für die Verbesserung der Kulturentwicklung der Stadt aus. Die Jury hat besonders die nachhaltige Einbindung von Kultur in die Unternehmenskommunikation überzeugt: „Die mit dem Engagement der Firma Seidensticker verbundene nachhaltige kulturelle Vermittlung an Fachkräfte des eigenen Unternehmens ist ein wichtiger Beitrag für die Kulturregion“, führt Herbert Weber aus.

Die Craemer Gruppe setzt sich für den Schutz des kulturellen Erbes in Herzebrock-Clarholz ein, indem sie das Geburtshaus des Bildhauers Caspar Ritter von Zumbusch der Gemeinde zur Verfügung stellte und für die Sanierung aufkam. In der Region ist der Künstler nicht zuletzt durch das Standbild Kaiser Wilhelm I. an der Porta Westfalica oder die Marien-Säule in Paderborn bekannt. Die Gründer der Paul Craemer GmbH erwarben das Zumbusch-Haus 1912 und nutzten es zunächst als Bürogebäude. Bis zum Jahr 1980 war es Verwaltungssitz des Unternehmens, anschließend wurde es als Wohnhaus vermietet. Das denkmalgeschützte Haus musste 2011 grundlegend renoviert und umgebaut werden. Die anfallenden Kosten wurden von der Unternehmerfamilie übernommen. Anschließend wurde das Gebäude als Museum mit einer Ausstellung über Leben und Werk Zumbuschs eröffnet. Alle fünf Jahre wird von der Caspar-von-Zumbusch-Stiftung ein Preis an junge Künstlerinnen und Künstler verliehen, deren Preisträger-Werke im Museum ausgestellt werden. „Mit der Vergabe des Preises soll an den Herzebrocker Bildhauer Caspar Ritter von Zumbusch erinnert werden. Auf diese Weise wird ein Bogen von den geschichtlichen Wurzeln in die Gegenwart geschlagen“, so Dr. Andreas Ball, Vertreter des Hauptsponsors KMPG.

Die Jury verleiht in diesem Jahr einen Sonderpreis. Er geht an die SYNAXON AG für ihr außergewöhnliches Kulturförderprojekt „Sabbeln für Kohle“. Mit dem Projekt generiert der Vorstandsvorsitzende Frank Roebers bereits seit 12 Jahren Spenden für soziale und kulturelle Zwecke, indem er Einnahmen aus Gagen für Reden und Vorträge für Kulturprojekte in der Region vorhält. „Mit dem aktuellen Vortrag „Der Mond schein meist in cis-Moll“ geht die SYNAXON AG noch einen Schritt weiter: Das Projekt ist nicht nur Bestandteil von „Sabbeln für Kohle“, sondern setzt sich auch zum Ziel, das Kulturgut „Klassische Musik“ zu schützen und zur Vermittlung beizutragen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich viele Menschen für diese Musikrichtung interessieren und begeistern würden, allerdings aufgrund der Hürden des Musikbetriebs keinen Zugang dazu finden. Das Projekt vermittelt daher nicht bloß Regeln für den ersten Konzertbesuch, sondern gibt Einstiegshilfen für das Erleben klassischer Konzerte, indem über den Musikgenuss hinaus historische Zusammenhänge und theoretische Hintergründe beispielhaft und anschaulich erläutert werden. Das begrüßt die Jury sehr und stellt dieses Engagement als besonders nachahmenswert heraus, erläutert Regierungspräsidentin Thomann-Stahl.

Die Preisverleihung findet am 29. November 2018 ab 18.30 Uhr in der IHK Lippe zu Detmold statt.

Die Bewertungskriterien

Ausgezeichnet werden jeweils ein kleines (bis 50 MA), ein mittleres (bis 500 MA) und ein großes (ab 500 MA) Unternehmen aus OWL, die sich in besonderer Weise für die Förderung der Kultur in der Region einsetzen, indem sie…

  • einen Künstlerin/einen Künstler, eine Künstlergruppe oder Kultureinrichtung unterstützen,
  • ein Kulturprojekt ermöglichen,
  • die Pflege des kulturellen Erbes in der Region unterstützen,
  • eine künstlerische Leistung in OWL anerkennen,
  • das unternehmerische Bekenntnis zum Standort zum Ausdruck bringen,
  • die Förderung in die Unternehmenskommunikation einbinden.

Die Jury des OWL Kulturförderpreises

Alexandra Altmann, Vorstandssprecherin der Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen e.V., Bielefeld

Dr. Andreas Ball, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bielefeld

Dr. Florian Böllhoff, Unternehmerberater, Bielefeld (Jurysprecher)

Andrea Hankeln, Referatsleiterin Kulturfördergesetz und Regionale Kulturpolitik, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Kirsten John-Stucke, Leiterin Kulturamt, Kreis Paderborn

Vincent Sander, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Lippe e.V., Detmold

Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Kunst- und Architekturhistorikerin, Universität Paderborn

Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin, Bezirksregierung Detmold

Herbert Weber, Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH, Bielefeld

Prof. Dr. Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologe des Landes Berlin

Dr. Udo Witthaus, Kulturdezernent Stadt Bielefeld

Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter Miele & Cie. KG, Gütersloh

Schirmherrschaft:

Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin, Bezirksregierung Detmold

Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter Miele & Cie. KG, Gütersloh

DSC 0557Präsentieren die Gewinner des OWL Kulturförderpreises 2018 (v.l.): Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, OWL GmbH-Geschäftsführer Herbert Weber, Dr. Florian Böllhoff, Unternehmensberatung und Jurysprecher, Antje Nöhren, Leiterin OWL-Kulturbüro, Dr. Andreas Ball, KPMG AG.

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