Zu Gast bei: Sparkasse Bielefeld

Am 15. November 2017 sind etwa 45 Personen – Personalverantwortliche aus kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region und andere Interessierte – der Einladung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf OWL, der WEGE Bielefeld mbH und der Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld gefolgt und waren „Zu Gast bei“ der Sparkasse Bielefeld. Die Gastgeberinnen Jennifer Erdmann, stellvertretendes Vorstandsmitglied, und Claudia Herling aus dem Bereich Personaleinsatz und -entwicklung bei der Sparkasse Bielefeld referierten zum Thema:

„Karriere hat viele Gesichter – Möglichkeiten und Strategien in der Personalentwicklung für Frauen“

Die Referentinnen stellten ihre beruflichen Stationen in- und außerhalb der Sparkasse Bielefeld vor und zeichneten sodann nach, wie sich die Karrieremöglichkeiten dort in den letzten ca. 70 Jahren verändert haben. Denn seitdem es in den 1950er Jahren, als Frauen nur insoweit einer Erwerbstätigkeit nachgehen durften, als es mit ihren familiären Pflichten vereinbar war, hat sich nicht nur gesamtgesellschaftlich, sondern auch in der Sparkasse Bielefeld und deren Personalpolitik viel geändert.
Frauen bilden inzwischen 63% der Beschäftigten, allerdings nimmt der Anteil von einer Hierarchieebene zur nächsten stetig ab (43% im Bereich Qualifizierte Tätigkeiten/ qualifizierte Kundenbetreuung + Referenten; 39% bei Gruppenleitung, Leitung Beratungsfiliale, Beratungszentrum; 12% Abteilungsleitung, Leitung Regionalmarkt; 25% im Vorstand). Um dieses ungleiche Verhältnis von „Frauen an der Basis“ zu Männern in den Führungsetagen zu begegnen, nimmt die Förderung von weiblichen Nachwuchstalenten in der Personalentwicklung einen hohen Stellenwert ein. Motivation für die Erhöhung des Frauenanteils unter den Führungskräften ist, dass sich die Sparkasse Bielefeld eine Steigerung des betriebswirtschaftlichen Erfolgs verspricht. Denn „Unternehmen mit Frauen in Führungsfunktionen sind deutlich erfolgreicher bei diversen betriebswirtschaftlichen Kennziffern als Unternehmen mit rein männlicher Führung“, so Claudia Herling.

Einzelmaßnahmen sind beispielsweise, dass schon bei Stellenausschreibungen und im Auswahlverfahren ganz genau auf die Gleichbehandlung von Männern und Frauen geachtet wird. Des Weiteren ist es etabliert, dass Führungsfunktionen sowohl in Voll- als auch in Teilzeit übernommen werden. Darüber hinaus ist neben Netzwerktreffen für weibliche Führungskräfte im Unternehmen sowie Seminarangeboten im Mitarbeiterportal ein eigenes Programm zur Förderung von Frauen in Führungsfunktionen eingerichtet worden. Hierdurch sollen weibliche Nachwuchstalente direkt angesprochen werden, um ihr Interesse an Führungsaufgaben zu wecken und sie für die Teilnahme an den Programmen zu gewinnen. Ziel des Programms ist es, das Kompetenzvertrauen bei den weiblichen Nachwuchstalenten zu stärken, indem Führung und Macht positiv und gestaltend beschrieben werden. Das Programm wird für zwei Gruppen angeboten: zum einen karriereorientierte Frauen bei der Sparkasse, die schon Berufserfahrung haben und eine Aufstiegsfortbildung abgeschlossen haben, und zum anderen Frauen, die schon eine Führungsfunktion im mittleren Management innehaben. Im Rahmen des Programms werden für die Teilnehmerinnen Seminare und Workshops, Netzwerktreffen, Erfahrungsaustausche bzw. Gruppendiskussionen sowie die Möglichkeit von Hospitationen, Projektleitung/ Dozententätigkeit und ein Mentoring angeboten. Die mittleren Führungskräfte kommen hierbei nicht nur als Mentees, sondern auch schon als Mentorinnen zum Einsatz, während die Nachwuchstalente ausschließlich als Mentees teilnehmen. Insbesondere das Mentoring  wurde von den Teilnehmerinnen des Förderprogramms als Erfolgsfaktor bewertet.

Langfristiges Ziel ist eine stärkere Besetzung der ersten und zweiten Führungsebene mit weiblichen Führungskräften, auch wenn nach Durchlaufen des Förderprogramms kein Automatismus eintritt, sondern die allgemeinen Auswahlverfahren für Beförderungsstellen durchlaufen werden müssen.

Flankiert werden diese Aktivitäten durch ein hohes Engagement im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So hat sich die Sparkasse Bielefeld über das „audit berufundfamilie“ zertifizieren und re-zertifizieren lassen, hat von der Stadt Bielefeld die Auszeichnung „ausgezeichnet familienfreundlich“ erhalten. Hervorzuheben ist auch, dass die männlichen Mitarbeiter in diese Personalpolitik einbezogen sind, indem beispielsweise Aktionen für Väter durchgeführt werden und diese ermutigt und darin bestärkt werden, nach der Geburt von Kindern Elternzeit zu nehmen.

Im Anschluss an die Kurzvorträge gab es Gelegenheit für einen Austausch an den Thementischen „Aus- und Weiterbildung“, „Frauenförderung“ und „Digitalisierung“ sowie die Möglichkeit, an einer Führung durch die Räumlichkeiten der Sparkasse teilzunehmen. Von allen diesen Angeboten wurde reger Gebrauch gemacht.

Die Präsentation finden Sie hier

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Mehr Frauen in Führung - so geht´s“ von Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH und Gleichstellungsstelle Stadt Bielefeld.

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Ganz links: Ilse Buddemeier, Gleichstellungsbüro der Stadt Bielefeld / Mitveranstalterin
Ganz rechts: Claudia Herling, Personalentwicklung und –einsatz / Sparkasse Bielefeld
Dazwischen: Teilnehmerinnen der Veranstaltung

Kontakt Kompetenzzentrum Frau und Beruf

OWL Kompetenzzentrum Frau und BerufOstWestfalenLippe GmbH | Kompetenzzentrum Frau und Beruf OstWestfalenLippe

Turnerstraße 5 - 9 | 33602 Bielefeld | Tel.: 0521 96733-291 | Fax: 0521 96733-19 | E-Mail

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