Online-Seminar: Junge Köpfe – Starke Fachkräfte: Ausbildung neu denken am 26. November 2020

Unserer Einladung zum Online-Seminar „Junge Köpfe – Starke Fachkräfte: Ausbildung neu denken: Zusätzliche Potentiale erschließen – in Teilzeit oder im Verbund“ folgten 35 Führungskräfte, Personalverantwortliche, Ausbildungs- und Geschäftsleitungen aus Unternehmen sowie Interessierte aus Institutionen aus fast allen Regionen OstWestfalen-Lippes.

Zahlreichen Betrieben fällt es immer schwerer, alle Ausbildungsstellen zu besetzen. Nach der Devise „Ausbildung neu denken“ stellten wir zwei Modelle vor, die sich vor allem für kleine und mittelständische Betriebe zur Sicherung der eigenen Fachkräftebasis eignen
:Die Teilzeitberufsausbildung und die Verbundausbildung.

Experte Uwe Gößling (Referent gewerblich-technische Berufsausbildung, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) erklärte zunächst die Möglichkeit der Teilzeitberufsausbildung und stellte die Rahmenbedingungen gemäß Berufsbildungsgesetz (2005 / 2020) vor. Die Neuregelung aus 2020 öffnet die Teilzeitausbildung nun auch für Personen, die nicht die bisher anerkannten Gründe wie Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen vorweisen können.

Anschließend ging Uwe Gößling auch auf die rechtlichen Anforderungen ein und informierte beispielsweise über die individualvertraglichen Vereinbarungen zur täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit, die Ausbildungsdauer sowie Vertragsänderungen nach Ausbildungsbeginn und Verkürzungsmöglichkeiten. Er betonte auch, dass das gewählte Teilzeitmodell neben dem betrieblichen Teil auch parallel in den Berufsschulen Anwendung finden muss. Hinsichtlich der Organisation der Beschulung müssen sich Ausbildende, Auszubildende und Berufsschule abstimmen.

Die besonderen Vorteile der Teilzeitberufsausbildung für die Unternehmen stellte Uwe Gößling ebenfalls vor: Die Neuregelung in 2020 ermöglicht die Ansprache einer größeren Zielgruppe. Vor allem aber kann mit der Ausbildung in Teilzeit eine bislang vernachlässigte Zielgruppe erschlossen werden: Gut organisierte Mitarbeiterinnen – zum Beispiel nach Eltern- oder Pflegezeit. Diese sind hoch motiviert, verantwortungsvoll und verfügen über ausgeprägte Sozialkompetenz. Sie sind in der Regel sehr effizient organisiert und entsprechen damit den Anforderungen an die Fachkräfte für morgen. Auch eine Vollzeitausbildung kann so nach Mutterschutz/Elternzeit in Teilzeit beendet werden. Gleichzeitig kann sich das Unternehmen als familienbewusster und verantwortungsvoller Arbeitgeber präsentieren und sein Image steigern.

Zum Ende seines Beitrags informierte Uwe Gößling darüber, dass aktuell bei der IHK  Ostwestfalen zu Bielefeld 67 Teilzeitberufsausbildungsverhältnisse für 14 unterschiedliche Berufe eingetragen sind; davon entfallen 46 auf weibliche und 21 auf männliche Personen.

Um die praktische Umsetzung einer Teilzeitberufsausbildung ging es im anschließenden Interview zwischen Moderatorin Meike Stühmeyer-Freese und Ausbilderin Elisabeth Hoffmann-Gallhoff (Rechtsanwältin). Warum  sie regelmäßig in Teilzeit ausbildet, welche organisatorischen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung notwendig sind und welche Vorteile ein Unternehmen davon hat, erfahren Sie hier im verlinkten Interview. Sie erfahren, worauf zu achten ist und welche Tipps Elisabeth Hoffmann-Gallhoff gern weitergibt.

Im dritten Teil des Informationsnachmittags stellte Anja Schwengel (Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford e. V.) das Konzept der Verbundausbildung vor. Bei der Verbundausbildung bilden Betriebe gemeinsam mit einem anderen Unternehmen oder einem übergeordneten Bildungsträger aus. Sie bietet die Möglichkeit, Ausbildungsabschnitte, die von einem Betrieb nicht angeboten werden können, auf mehrere zu verteilen. So können mehr Fachkräfte ausgebildet und die Zukunft von hochspezialisierten und kleineren Betrieben gesichert werden.

Zahlreiche Teilnehmende haben erst durch unsere Einladung von beiden Ausbildungskonzepten erfahren und durch unser Angebot neue Sichtweisen kennengelernt und praktische Umsetzungstipps erhalten.

Für alle, die sich näher mit der Thematik auseinandersetzen möchten, haben wir die relevanten Informationen und Kontaktdaten des Nachmittags hier zusammengefasst.

Online Seminar Ausbildung neu denken 26.11.2020




 

 

 

 

 

 

Bild von oben nach unten:  
Meike Stühmeyer-Freese und Tabea Mälzer (beide Kompetenzzentrum Frau und Beruf | OWL GmbH)
Uwe Gößling | IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Referent gewerblich-technische Berufsausbildung)
Anja Schwengel | Initiative Wirtschaftsstandort (Kreis Herford e. V. | Förderung von Ausbildung)
Bildrechte: OWL GmbH  

Kontakt Kompetenzzentrum Frau und Beruf

OWL Kompetenzzentrum Frau und BerufOstWestfalenLippe GmbH | Kompetenzzentrum Frau und Beruf OstWestfalenLippe

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