Mentoring und andere Instrumente der Personalentwicklung

Viele Unternehmen zeigen ein großes Interesse daran, das weibliche Fachkräftepotenzial in höherem Maße  für sich zu erschließen und die Fach- und Führungspositionen im Unternehmen mit weiblichen (Nachwuchs-)Talenten zu besetzen. Was können Personalverantwortliche in Unternehmen also tun, um die Karrieren von weiblichen Nachwuchstalenten zu fördern? Welche Strategien gibt es? Was trägt zum Erfolg für weibliche Karrieren bei? Wie können Frauen sich clever positionieren, um erfolgreich auf Führungsebenen zu agieren? Wie erfolgreich ist Mentoring?

Isabel Nitzsche, Autorin, Redakteurin und Management Coach aus München, kreiste in ihrem Vortrag das Thema aus der Perspektive von (angehenden) weiblichen Führungskräften ein: „Gute Leistungen sind wichtig, beim Aufstieg kommt es aber auch auf andere Dinge an. In vielen Unternehmen sind die informellen Macht-Spielregeln traditionell männlich geprägt. Für Frauen ist es hilfreich, sich das bewusst zu machen. Entscheiden Sie, wie Sie mit diesen Regeln reflektiert und kreativ umgehen. Eine Portion Humor schadet dabei nicht.“

Unternehmen, welche den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen möchten, empfiehlt sie verschiedene Maßnahmen:

  • Führungserfolg an der Zahl der Frauen in Führungspositionen messen
  • Wichtige Projekte gezielt an Frauen vergeben
  • Zusammenhang von Charisma und Unternehmenskultur bedenken
  • Mentoring als wichtigen Baustein im Unternehmen etablieren, um Frauen zu fördern

Weibliche Nachwuchstalente werden durch das Mentoring nicht nur selbstbewusster, sondern können mithilfe des Mentors oder der Mentorin ihr Netzwerk sowohl zu Führungskräften als auch in andere Abteilungen des Unternehmens ausbauen. Außerdem werden sie sichtbarer und rücken schneller in den Fokus, wenn es um mögliche Beförderungen geht.

Im Folgenden wurde das Thema Mentoring von verschiedenen Aspekten beleuchtet. Thomas Zimmerling, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mentoring und Geschäftsführer von „DKM –Die Karrieremacher“ in Wiesbaden, lenkte den Blick auf die Chancen des Mentorings im digitalen Zeitalter. Digitale Plattformen ermöglichen das Bilden von Mentoring-Tandems, die räumlich weit auseinanderliegen und sich sonst nie kennenlernen würden. Durch die räumliche Distanz der beiden Tandempartner/innen können ungewollte Überschneidungen in Geschäftsbeziehungen vermieden werden und aufgrund der Tätigkeit von Mentor/in und Mentee in unterschiedlichen Wirtschaftsregionen können auch zusätzlich andere Impulse gesetzt werden, die vielleicht untypisch für die jeweilige Region sind. Zimmerling plädiert dafür, dass Mentoring verstärkt zum ganz normalen Baustein in der beruflichen Entwicklung werden sollte – egal über welche Programme oder Institutionen dies koordiniert wird und zustande kommt.

Im Anschluss an diesen Vortrag stellten zwei Praxisbeispiele dar, welche Instrumente sie zur Unterstützung von Frauenkarrieren zur Verfügung stellen. Barbara Tigges-Mettenmeier, Geschäftsführerin von BTM Personalmanagement GmbH aus Paderborn, stellte das Praxisbeispiel CrossMentoring OWL vor, welche von Unternehmen für ihre Mitarbeiterinnen in Anspruch genommen werden können. Robin Ohle von EFB Elektronik GmbH erläuterte, dass die Teilnahme von Mitarbeiterinnen an einem Mentoring-Programm auch für das Unternehmen, in dem die Mentee tätig ist, Vorteile mit sich bringt, weshalb es dort schon seit ca. 10 Jahren regelmäßig in der Personalentwicklung eingesetzt wird. Auch die Unternehmensberatung Rasper & Busch GbR bietet Mentoring-Programme an, insbesondere für Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen. Auch durch Netzwerkarbeit unterstützen sie Frauenkarrieren zu unterschiedlichen Punkten der Berufsbiographie.

In der abschließenden Talkrunde betonte Prof. Dr. Swetlana Franken (Fachhochschule Bielefeld), dass gerade jungen Frauen manchmal das Bewusstsein dafür fehle, dass Führungspositionen auch einfach Spaß machen können aufgrund der viel größeren Gestaltungsmöglichkeiten, die dort gegeben sind. Das bestätigte Nina Mrugalla, Inhaberin von Mrugalla Consulting, die eine Festanstellung als Personalleiterin bei einem großen Unternehmen der Region verließ, um sich selbständig zu machen. Vielleicht könnte das vermeintlich fehlende Interesse von Frauen gefördert werden, wenn dieser „Spaßfaktor“ mehr in den Vordergrund gerückt würde. Auch Almut Rademacher, Leiterin der Geschäftsstelle von OWL MASCHINENBAU e.V., berichtete von ihren Erfahrungen in diesem Zusammenhang. Die „Spielregeln“ der aktuellen Führungsetagen zu kennen, hat für Nicole Kreie, WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG & Vertreterin von Managerinnen OWL, im Laufe ihrer bisherigen Berufsbiografie ebenfalls eine sehr wichtige Rolle gespielt.

In dieser Veranstaltung konnte nur ein Ausschnitt der Möglichkeiten vorgestellt werden, wie die berufliche Entwicklung von weiblichen Beschäftigten gefördert werden kann. Das Thema wird von den Veranstalterinnen in vielfachen weiteren Angeboten und Veranstaltungsformaten aufgegriffen und weitergeführt.

Veranstalterinnen waren:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld
WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH

Mentoring ua Instrumente

 

 

 

 

 

 

 

 

 

v.l.n.r.: Alexandra Busch | Rasper und Busch GbR, Prof. Dr. Swetlana Franken | Fachhochschule Bielefeld, Thomas Zimmerling | Deutsche Gesellschaft für Mentoring, Vera Wiehe | WEGE Bielefeld mbH, Ilse Buddemeier | Gleichstellungsstelle Stadt Bielefeld, Isabel Nitzsche | Autorin, Management Coach, Robin Ohle | EFB Elektronik GmbH, Barbara Tigges-Mettenmeier | BTM Personalmanagement GmbH, Almut Rademacher | OWL MASCHINENBAU e.V., Nina Mrugalla | Mrugalla Consulting, Nicole Kreie | WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG & Managerinnen OWL
Foto: Christina Rouvray

Kontakt Kompetenzzentrum Frau und Beruf

OWL Kompetenzzentrum Frau und BerufOstWestfalenLippe GmbH | Kompetenzzentrum Frau und Beruf OstWestfalenLippe

Turnerstraße 5 - 9 | 33602 Bielefeld | Tel.: 0521 96733-291 | Fax: 0521 96733-19 | E-Mail

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