OstWestfalenLippe setzt auf Digitalisierung

OstWestfalenLippe will die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern. Die OstWestfalenLippe GmbH hat dazu gemeinsam mit 150 Partnern ein neues Handlungskonzept „OWL 4.0“ entwickelt. Das Konzept und zehn Umsetzungsprojekte im Umfang von 6,6 Mio. € waren beim Projektaufruf Regio.NRW erfolgreich. Damit ist OstWestfalenLippe bei dem Aufruf die erfolgreichste Region in Nordrhein-Westfalen. Die ersten fünf Projekte können jetzt starten. Am Freitag überreichte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin den Verantwortlichen in der IHK Lippe die Förderbescheide. Die weiteren Projekte werden in den nächsten Wochen bewilligt.

Mit dem Projektaufruf will das Land die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Regionen in Nordrhein-Westfalen stärken. OstWestfalenLippe hatte sich mit dem Handlungskonzept „OWL 4.0 – Industrie, Arbeit, Gesellschaft“ an dem Aufruf beteiligt. Das Konzept und die zehn Projekte wurden unter der Koordination der OstWestfalenLippe GmbH mit Hochschulen, Unternehmen, Kammern, Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Brancheninitiativen und in Abstimmung mit den Fraktionen im Regionalrat entwickelt. Mit den Projekten sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu stärken und Lösungen für ein besseres Leben und Arbeiten zu schaffen.

„Ostwestfalen-Lippe ist eine starke und erfolgreiche Region. Das zeigt sich auch im Aufruf Regio.NRW der Landesregierung, bei dem zehn Projekte aus OWL erfolgreich waren. Ich freue mich, dass ich heute für fünf dieser Projekte die Förderbescheide übergeben kann. Die Umsetzung der Vorhaben wird dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter zu steigern“, so NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Herbert Sommer, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OstWestfalenLippe GmbH, sieht große Chancen für die Entwicklung der Region: „Der Erfolg unseres Handlungskonzeptes beruht darauf, dass wir in den vergangenen Jahren im Spitzencluster it’s OWL Kompetenzen und Erfahrungen auf den Gebieten Intelligente Technische Systeme und Industrie 4.0 aufgebaut haben. Wir wollen dieses Know-How nun mit den zehn neuen Projekten in die Breite tragen und für neue Anwendungsbereiche verfügbar machen, wie beispielsweise Gesundheit, Klimaschutz oder die Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum.“

Die Projekte tragen u.a. dazu bei, kleine und mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Forschungsergebnisse der Hochschulen werden noch stärker für heimische Unternehmen verfügbar gemacht. Darüber hinaus werden Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft entwickelt, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Klimaschutz, Energieversorgung, Bauen, Mobilität und Daseinsvorsorge. Minister Duin übergab die Förderbescheide für die Projekte OWL Arena 4.0 (OstWestfalenLippe GmbH), Lebensmittel 4.0 (Food Processing Initiative), Klimaschutz, Energie und Bauen 4.0 (Energie Impuls OWL), Business 4.0 (InnoZent OWL) und Arbeit 4.0 (OWL Maschinenbau). Die weiteren fünf Projekte werden in den nächsten Monaten bewilligt.

„100 Millionen Euro sind seit Beginn der ersten Projekte im Jahr 2007 als öffentliche Förderung und Unternehmensbeiträge in dieses Themenfeld geflossen. Diese kontinuierliche Finanzierung hat herausragende Kompetenzen für unsere Region entwickelt“, sagt Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. „Die erneute Förderung wird OstWestfalenLippe noch stärker in den Blick rücken – in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland.“

Übersicht aller erfolgreichen Projekte

OWL Arena 4.0 (Projektträger OWL GmbH)

Die OWL Arena 4.0 koordiniert die Umsetzung des Handlungskonzepts und der einzelnen Projekte. Dabei geht es sowohl um die Steuerung des Gesamtprojektes als auch um die Vernetzung der verschiedenen Akteure. Gleichzeitig macht die OWL Arena 4.0 die Aktivitäten in OWL und darüber hinaus sichtbar.

Industrie 4.0 für den Mittelstand (Projektträger OWL GmbH)

In dem Projekt werden neue Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für kleine und mittelständische Unternehmen, wie beispielsweise Schulungen oder Quick-Checks, entwickelt und umgesetzt. Außerdem werden neue Forschungsergebnisse, Technologien und Methoden der Digitalisierung für den Mittelstand nutzbar gemacht.

Gesundheit 4.0 (Projektträger Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL)

Das Projektteam entwickelt digitale Lösungen für die Gesundheitswirtschaft: vom Krankenhaus der Zukunft über Mechatronik für Prävention und Rehabilitation bis zur Pflege und personalisierten Dienstleistungen, Wohnen und Assistenzsysteme zur Alltagsunterstützung von kranken Menschen.

Lebensmittel 4.0 (Projektträger Food-Processing Initiative)

Das Projekt beschäftigt sich mit der Digitalisierung der Lebensmittelproduktion und dem Lebensmittelverbrauch. Im Mittelpunkt stehen Systeme zur Zustandsbestimmung von Lebensmitteln, die Automatisierung von Qualitätskontrolle und Hygieneüberwachung sowie die intelligente Zubereitung und Assistenzsysteme zur Vorratshaltung.

Klimaschutz, Energie und Bauen 4.0 (Projektträger Energie Impuls OWL)

Energie aus Strom, Wärme und Mobilität sollen integrativ genutzt werden, um Versorgungssicherheit zu geringen Kosten und ohne Umweltbelastung gewährleisten zu können. In einem dezentralen Energie 4.0-Labor OWL erarbeiten Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Unternehmen neue digitalisierte Lösungen dazu.

Smart Country Side (Projektträger Kreis Lippe und Kreis Höxter)

Durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie werden alltagsrelevante Dienste für den Bürger im ländlichen Raum entwickelt, zum Beispiel um das Ehrenamt zu stärken oder die Mobilität zu verbessern.

Business 4.0 – Digitale Strategien für neue Geschäftsmodelle und -prozesse (Projektträger InnoZent OWL)

Mit dem Projekt „Business 4.0“ sollen insbesondere Bausteine für den Mittelstand erarbeitet und erprobt werden, um den Wandel hin zu digital vernetzten Wertschöpfungsketten und neuen Serviceangeboten zu bewältigen. Im Fokus steht die digitale Transformation von Geschäftsmodellen und -prozessen.

Arbeit 4.0 – Lösungen für die Arbeitswelt der Zukunft (Projektträger OWL Maschinenbau)

In Untersuchungen, Befragungen und Szenario-Workshops werden die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Arbeitswelt ermittelt. Unterstützungs- und Beratungsangebote sowie Leitfäden für Unternehmen werden entwickelt und Modellprojekte zur Anpassung der Arbeitsbedingungen in der Produktion umgesetzt.

Für folgende Projekte werden noch einzelne integrierte Handlungskonzepte erstellt, die dann noch in den Bewilligungsprozess gehen:

Konversion Flugplatz Gütersloh (Projektträger Stadt Gütersloh)

Der Flugplatz Gütersloh soll zu einem zukunftsfähigen Gewerbe- und Industriestandort in direkter Nachbarschaft zu einem Naturgebiet als Leuchtturmprojekt von überregionaler Bedeutung entwickelt werden. Dadurch werden neue Entwicklungsräume für die Ansiedlung von Unternehmen und Gründern, Forschungslaboren und Demonstrationszentren sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen geschaffen.

Bildungscampus Herford (Projektträger Stadt Herford)

Der Kasernenstandort Wentworth Barracks in Herford soll zum Bildungscampus entwickelt werden, der sich an den Bedürfnissen von Wirtschaft und Wissenschaft orientiert. Angesiedelt werden sollen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, Demonstrationszentren wie die Unternehmenswelten 4.0 sowie Gewerbe und junge Unternehmen mit dem Schwerpunkt digitale Transformation.

Duin Förderbescheide WebMachen OstWestfalenLippe mit zehn Projekten fit für die Digitalisierung (v.l.n.r.): Klaus Schafmeister (Kreis Lippe), Michael Stolte (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter), Wolfgang Marquardt (OWL GmbH), Imke Rademacher (OWL Maschinenbau), Norbert Landshut (Stadt Herford), Ulrike Künnemann (InnoZent OWL), Klaus Meyer (Energie Impuls OWL), Herbert Sommer (OWL GmbH), Minister Garrelt Duin, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Günter Weigel (Kreis Lippe), Herbert Weber (OstWestfalenLippe GmbH), Holger U. Nord (OWL Maschinenbau), Uwe Borchers (ZIG OWL), Landrat Dr. Axel Lehmann (Kreis Lippe), Norbert Reichl (Food Processing Initiative) und Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel (Hoschule OWL).