Projekte im Fachkräftebündnis stellen sich vor

Interview mit Christine Hillebrandt, Projektkoordinatorin bei der Agentur für Arbeit, zum Bielefelder Patenschaftsmodell31701 Bielefeld Claim C

Im Rahmen der Ausbildungsoffensive hat die Agentur für Arbeit Bielefeld in 2016 das Bielefelder Patenschaftsmodell initiiert, um sozial benachteiligte Jugendliche unter 25 Jahren bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz zu unterstützen. Die Ausbildungspaten sind Bielefelder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aus der Politik, sowie der Wirtschaft. Die Ansprache geeigneter Paten erfolgt über Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld.

Christine Hillebrandt, Ansprechpartnerin für das Projekt, beantwortet Fragen im Interview mit der Regionalagentur OWL.

Frau Hillebrandt, was wollen Sie mit Ihrem Projekt erreichen?

Hillebrandt:

Wir möchten den Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Ausbildungspaten helfen den jungen Menschen an der Schwelle von der Schule in den Beruf und unterstützen sie als Fürsprecher, Vorbilder und Türöffner bei ihrem Berufseinstieg. Sie helfen bei der Berufswahl und der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz. Außerdem stabilisieren sie die Persönlichkeit der Jugendlichen und tragen dazu bei, dass ein Ausbildungsabbruch verhindert wird.

Wie arbeiten die Paten genau?

Hillebrandt:

Die Arbeit der Paten erfolgt ehrenamtlich. Ein Pate bringt Zeit, Lebenserfahrung, Fachwissen und persönliche Kontakte in die Beratung ein. In einem vereinbarten Zeitraum bieten die Paten Unterstützung bei Entscheidungen zur Berufswahl und auf dem Weg in die Ausbildung. Sie sind gleichzeitig Ansprechpartner und Mentor für den Jugendlichen.

Wie sieht Ihre Arbeit als Projektkoordinatorin konkret aus?

Hillebrandt:

Ich bin für das Matching der Paten und Jugendlichen zuständig. Außerdem organisiere ich regelmäßige Austauschtreffen sowohl der Paten als auch der Jugendlichen untereinander. Ich entwickle ein Qualifizierungskonzept für die Paten und unterstütze sie bei berufskundlichen Fragen oder Fragen zu finanziellen Fördermöglichkeiten. Den Jugendlichen helfe ich bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, bereite mit ihnen Vorstellungsgespräche vor und suche nach passenden Ausbildungsstellenvorschlägen.

Können Sie schon über Erfolge berichten?

Hillebrandt:

Von April 2016 bis Juli 2017 wurden 25 Jugendliche von 20 Paten begleitet. 13 Jugendliche haben einen Ausbildungsvertrag erhalten. 2 Jugendliche haben ein Studium aufgenommen. 9 Jugendliche befinden sich noch in der Berufsorientierung, 1 Jugendlicher hat das Projekt vorzeitig wegen Umzugs abgebrochen.

Ein Beispiel aus der Praxis: ein Jugendlicher hat ein sehr gutes Abitur geschafft, grundsätzlich hat er somit eine gute Basis für den Start der Ausbildungsplatzsuche. Aufgrund seiner Schüchternheit und Mangel an Selbstbewusstsein hatte er aber Schwierigkeiten einen Ausbildungsplatz zu finden. Er schafft es immer bis zum Vorstellungsgespräch. Beim Vorstellungsgespräch kann er aufgrund seiner Zurückhaltung keine Erfolge erzielen.

Dieser Jugendliche wurde mir vom Berufsberater vorgeschlagen, da er schon seit mehr als 18 Monaten ausbildungssuchend ist. Nachdem ich Kontakt zu ihm aufgenommen habe, um ihm das Projekt vorzustellen, nahm er das Angebot der Teilnahme an. Nach dem ersten Treffen mit dem Paten, wurde auch schon der nächste Termin abgesprochen um die Zusammenarbeit zu beginnen. Sie forschten nach freie Stellen, überarbeiteten Bewerbungsunterlagen und simulierten Vorstellungsgespräche. Der Pate organisierte in seinem Netzwerk einen Termin zur Simulation eines Vorstellungsgesprächs, sodass der Jugendliche eine Rückmeldung von einem „Personaler“ bekam. Nach einigen Wochen ergab sich ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum in einem Betrieb. Der Pate begleitete den Jugendlichen. Er bekam den Praktikumsplatz für 3 Monate und konnte im Anschluss direkt in die Ausbildung.

Rückmeldung des Jugendlichen:

„Alleine hätte ich es nie geschafft…“

 

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